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Liberalismuslexikon PDF Drucken E-Mail
Was heißt eigentlich „liberal“ und wie erkenne ich „freiheitliches“ Denken und Handeln? Die folgenden Erklärungen können dir als Leitfaden dienen, denn sie sind wesentliche Merkmale des Liberalismus:

Freiheit

„Wer die Freiheit nicht um ihrer selbst willen liebt, ist zur Knechtschaft geboren.“ (Alex de Tocquevilles) Für den Liberalen endet die Freiheit des Handelns genau dort, wo sie die gleiche Freiheit anderer durch Gewalt und Zwang einschränkt. Gibt es nicht viele Vorwände, die Freiheit zu beschneiden? Fühlen sich andere Menschen durch die Andersartigkeit anderer Menschen nicht oft bedroht? Halten es nicht viele für legitim, selbstbestimmt handelnde Menschen vor Selbstschädigung zu schützen, sie zu ihrem Glück zu zwingen? Niemand kennt jedoch den ultimativen Weg zum Glück. Darum darf auch niemand zu „seinem Glück“ gezwungen werden. Weil aber die liberale Freiheitsidee so rigorose Ansprüche stellt, verwundert es nicht, dass manche selbsternannten Gutmenschen die Meßlatte gerne aus Gefälligkeit ein Stückchen tiefer hängen möchten. Für den Liberalen ist die Freiheit jedoch unteilbar und nicht beliebig definierbar.

Liberalismus

Im Zuge der Aufklärung wurde die Freiheit des Einzelnen zur Prämisse, die daraus formulierte politische Ideologie nennt man Liberalismus. Ziel ist der Schutz der menschlichen Rechte auf Freiheit, Leben und Eigentum. Eigentum ist die materielle Voraussetzung für die Erfüllung von Freiheiten und Träumen. Kernpunkte des Liberalismus sind daher die Begrenzung der Tätigkeit des Staates in Form eines Rechtsstaates, die freie ökonomische Entfaltung innerhalb einer Marktwirtschaft und drittens der Frieden bzw. die Ordnung, da Krieg und Anarchie die größtmögliche Freiheitsverletzung darstellen. Für Liberale sind Freizügigkeit, offene Grenzen, und Freihandel darum selbstverständlich. Ökonomisch machte der Liberalismus durch die Marktwirtschaft den sozialen Frieden und Massenwohlstand erst möglich. Auch wenn der Liberalismus unsere heutige Gesellschaft maßgeblich geprägt hat, bleibt die gegenwärtige Gefahr einer schleichenden Verschiebung der Freiheit eine andauernde Herausforderung.

Individualismus

Träger aller Freiheiten ist letztendlich das Individuum, denn auch alle denkbaren kollektiven Freiheitsrechte lassen sich auf das Handeln einzelner Menschen zurückführen. Gegner des Liberalismus werfen den Liberalen gerne vor, ihr Individualismus löse die Menschen aus allen sozialen Bindungen, aus der Gesellschaft und Gemeinschaft und leiste so dem hemmungslosen Egoismus Vorschub. Dies ist falsch, denn in Wahrheit verlangt der liberale Individualismus nur eines: dass die Entscheidungen zwischen solidarischem oder unsolidarischem Verhalten sowie darüber, welche gemeinschaftlichen Bindungen man eingeht und wie man sie gestaltet, jeder Einzelne selbst treffen soll/muss und dass ihm diese Entscheidung nicht von irgendwelchen Kollektiven abgenommen werden darf. Hier zeigt sich die moralische Qualität des Liberalismus, denn nur eine freie Entscheidung für Werte und Regeln legitimiert und festigt diese.

Verantwortung

Im Zuge der Aufklärung wurde die Freiheit des Einzelnen zur Prämisse, die daraus formulierte politische Ideologie nennt man Liberalismus. Ziel ist der Schutz der menschlichen Rechte auf Freiheit, Leben und Eigentum. Eigentum ist die materielle Voraussetzung für die Erfüllung von Freiheiten und Träumen. Kernpunkte des Liberalismus sind daher die Begrenzung der Tätigkeit des Staates in Form eines Rechtsstaates, die freie ökonomische Entfaltung innerhalb einer Marktwirtschaft und drittens der Frieden bzw. die Ordnung, da Krieg und Anarchie die größtmögliche Freiheitsverletzung darstellen. Für Liberale sind Freizügigkeit, offene Grenzen, und Freihandel darum selbstverständlich. Ökonomisch machte der Liberalismus durch die Marktwirtschaft den sozialen Frieden und Massenwohlstand erst möglich. Auch wenn der Liberalismus unsere heutige Gesellschaft maßgeblich geprägt hat, bleibt die gegenwärtige Gefahr einer schleichenden Verschiebung der Freiheit eine andauernde Herausforderung.

Marktwirtschaft

Die Marktwirtschaft an sich ist sozial. Die Grundidee dahinter ist einfach: Kein Lenkungssystem kann humaner sein, sparsamer mit knappen Ressourcen umgehen, dynamischer, flexibler und krisenfester sein als eine Ordnung, in der freie Bürger bestimmen, was wann wo und wie produziert und verteilt wird. Dezentrale Planung der Bürger (Konsumenten), koordiniert über das Preissystem (Angebot/Nachfrage) der Märkte, dominiert durch Privateigentum und unternehmerischer Initiative sind die Mindestanforderungen an eine Ordnung, die man Marktwirtschaft nennen kann. Mit oder ohne Zusatz „soziale“ ist die Marktwirtschaft in ihrer Substanz sozial; nicht unter beliebigen Voraussetzungen, wohl aber wenn die „konstituierenden Prinzipien“ gesichert sind: Geldwertstabilität, Wettbewerb auf offenen Märkten, Privateigentum, Vertragsfreiheit und Haftung und eine langfristorientierte Politik.

Wettbewerb

Leben ist stetiger Wandel und jede Veränderung löst Wettbewerb um die besten neuen Lösungen aus. Die bei schnellem Wandel verbreitete Angst vor dem Wettbewerb ist letztendlich die Furcht vor der Veränderung. Wettbewerb wird für die Probleme und Ängste des Einzelnen verantwortlich gemacht. Darum werden Beschränkungen des Wettbewerbs gefordert, obwohl dieser zur Lösung der Anpassungsprobleme des unaufhaltbaren Wandels beträgt. Beschränkungen des Wettbewerbs bringen nicht die erhoffte Sicherheit. Die Zukunft ist unbekannt und die Ressourcen sind knapp. Erst Wettbewerb, der zum sparsamen Umgang mit knappen Gütern anregt, macht die unendliche Vielfalt der  Versuche, Irrtümer und Erfolge im Erneuerungsprozess möglich und hilft, die Zukunft besser zu gestalten als die Gegenwart. Dazu gehört aber auch, sich von liebgewonnenen zu trennen- „schöpferische Zerstörung“ könnte  diese Seite des Wettbewerbs auch genannt werden. Damit ein solcher Wettbewerb funktionieren kann, muss der Staat folgendes gewährleisten: Freien Zugang zu offenen Märkten, Wettbewerb zur Kontrolle von Machtansammlungen, Planungssicherheit durch Geldwertstabilität und Schutz privater Eigentumsrechte, Haftung bei Fehlverhalten und Nachhaltigkeit der Wirtschaftspolitik. Nachhaltigkeit heißt hier, die Bedürfnisse der lebenden Generation zu befriedigen, ohne die Chance kommender Generationen zu beschneiden, auch ihre Bedürfnisse zu erfüllen.

Arbeitsmarkt

Der wichtigste Markt ist der Arbeitsmarkt, da Arbeit der wichtigste Produktionsfaktor einer Volkswirtschaft ist. Für die Sozialisten ist die Arbeit an sich ein so hohes Gut, daß man sie nicht den angeblich unsozialen Kräften des Marktes überlassen dürfe. Liberale sagen Ja zur Ordnung des Arbeitsmarktes, lehnen aber übermäßige Regulierungen auf dem Arbeitsmarkt ab. Auf dem Arbeitsmarkt begegnen sich wie auf jedem anderen Markt Angebot (Arbeitskraft) und Nachfrage (Arbeitsstellen), der Preis, der sich als Ausgleich von Angebot und Nachfrage bildet, ist der Lohnsatz. Wird durch Gesetz oder die Tarifparteien zugunsten der  von ihnen vertretenen Arbeitsplatzbesitzern ein Lohn über dem Gleichgewichtssatz festgelegt, so ist die Folge Arbeitslosigkeit, da sich das Angebot an Arbeitsplätzen reduziert, die Nachfrage in Form von Jobsuchenden aber gleich bleibt. Das Argument, hohe Löhne stärkten die Kaufkraft stimmt nicht, wenn gleichzeitig die hohen Lohnnebenkosten und die Kosten der Arbeitslosigkeit die Gesellschaft belasten. Auch die Vorstellung, es gäbe ein fixes Arbeitsquantum, daß man wie einen Kuchen in beliebig große Stücke schneiden könnte, stimmt nicht, denn es berücksichtigt nicht die großen Unterschiede in den Arbeitsqualitäten und –anforderungen. Der Satz „der freie Preis räumt den Markt“ würde auch auf dem Arbeitsmarkt gelten, wenn er so frei wäre, wie ert wichtig ist.

Soziale Gerechtigkeit

Das Begriffspaar der sozialen Gerechtigkeit ist ein Widerspruch in sich. Was soll eigentlich der Zusatz „sozial“ bedeuten. Ohne ihn ist Gerechtigkeit recht klar definierbar: In erster Linie geht es um die gleiche Behandlung aller Menschen. Genau dies will der Verfechter der „sozialen Gerechtigkeit“ aber nicht, sondern er will zumeist in materieller Form umverteilen. Doch was genau steht denn jedem zu? Soll der Faule den gleichen Anteil bekommen wie der Fleißige? Oder nicht? Um wieviel größer oder kleiner soll sein Anspruch sein? Kein menschliches Wissen hat diese Frage bisher präzise beantworten können. Zufrieden ist nachher keiner, weil es keinen klar umrissenen Endzustand der „sozialen Gerechtigkeit“ gibt. Hat die eine Gruppe ein Privileg bekommen, so will eine andere Gruppe folglich ebenfalls etwas bekommen. Funktionieren kann dieses System nur durch Abgrenzung anderer Interessensgruppen, durch ausufernde öffentliche Verschuldung und damit auf ein Leben auf Kosten kommender Generationen. Ansprüche haben human- bescheiden zu bleiben. Das was dem Menschen gebührt, ist das, was er ohne Verletzung der Rechte anderer erworben hat. Jeder Mensch hat das gleiche Recht, sich selbst und sein Eigentum geschützt zu wissen. So lautet die liberale Vorstellung von Gerechtigkeit. Aber ist dasnicht herzlos? Keineswegs, denn der Grundsatz des Schutzes individueller Eigentumsrechte hat der Liberalismus zugleich einen Schutz vor gewaltsamer Ausbeutung geschaffen. „Soziale“ Verteilungsgerechtigkeit führt zu einer Zunahme von Bevormundung der Gesellschaft und erlaubt ein Davonstehlen des Individuums aus seiner persönlichen sozialen Verantwortung.

Solidarität

Solidarisches Handeln ist die Voraussetzung für das menschliche Zusammenleben. Die Marktwirtschaft schafft die materielle Grundlage, daß Menschen überhaupt solidarisch agieren können. Nur der freiwilligen Solidarität kommt eine moralische Qualität zu. „Zur moralischen Schönheit der Handlungen ist die Freiheit des Willens die erste Bedingung, und diese Freiheit ist dahin, sobald man moralische Tugend durch gesetzliche Strafen erzwingen will.“ (Friedrich Schiller). Aus liberaler Sicht ist „Zwangssolidarität“ nur in sehr wenigen Fällen geboten. Dabei handelt es sich um die Bereitstellung eines Existenzminimums sowie die Schaffung einer Ausgangslage, sich selbst aus der Not zu befreien. Das Bürgergeld ist unser Konzept, für eine gerechte und solidarische Staatshilfe.